Erlauben

Veröffentlicht auf 6. November 2009

Eigentlich müsste es heißen, erlauben und vertrauen, weil das dazu gehört.
Erlauben, neues Zauberwort für die nach spiritueller Erleuchtung Suchenden. Erlauben, das es ( da kann jetzt alles rein) geschehen darf, sein darf, sich lösen darf, verschwinden darf, je nachdem. Das ist der easy-button für alles.
Hört sich sehr einfach ja, ist es auch, allerdings.... wie immer liegen ein paar Stolpersteine im Weg.

Erlauben bedeutet zuerst einmal, das ich mich vom wollen verabschiede, was auch jede Affirmation oder was da so alles probiert wurde, überflüssig macht. Denn das ist ja ein bewusstes wollen, etwas in Gang bringen oder haben wollen, wenn ich mich darauf fokussiere und es dauernd wiederhole wie ein Mantra. Und es zeigt, das ich kein Vertrauen habe, weil ich ja meine, ich müsste es laufend wiederholen, sonst wirkt es womöglich nicht.
Also kein wollen, sondern ein paar Schritte zurück.
Dazu gehört auch das ich entspannt bin - wenn ich vor Angst völlig nervös bin wegen meinem Job oder wegen sonstwas, kann ich wohl kaum erlauben, weil ich viel zu verkrampft dazu bin. Also sollte zuerst mal all das losgelassen sein, keine Ängste und keine Sorgen mehr wegen was, doch an so einem Punkt ist auch einfach zu erlauben - in der Regel kann es nach menschlichen Begriffen dann nur noch bergauf gehen, wenn ich zuvor alles losgelassen bzw. verloren habe. Denn "in der Regel" - und ich gehöre auch dazu - lassen wir freiwillig ungern los, haben Verlustängste, das menschliche Ego möchte wissen, möchte sich sicher fühlen, und loslassen ist Unsicherheit, ist beängstigend weil ich nicht weiß was kommt danach? Also richten wir es oftmals so ein, das wir der Reihe nach alles mögliche "verlieren", Jobs, Beziehungen, Freundschaften, Geld, je nachdem was so da ist. Würden wir den Griff freiwillig lockern, wäre es nicht notwendig, doch das tun die wenigsten, denn
es fehlt am Vertrauen. Mal wieder ist Vertrauen der Beginn von allem, der Beginn von Leichtigkeit - vertrauen in mich das ich sicher bin, das ich das, was ich brauche auch haben werde, das ich einfach leben darf ohne mich dafür zu verbiegen, vollkommenes Vertrauen in jedem Moment.

Ich weiß das alles nun schon ne ganze Weile, und doch stelle ich fest, wie schwierig es immer wieder mal ist, wie sich Gedanken an ein "und dann" immer wieder reinschleichen, wie ich mir Gedanken mache was ist wenn..... meine Güte.
DAS alles sitzt tief, und zuweilen depriemeirt es mich, weil ich dieses klebrige Zeugs anscheinend nicht los werde. Zeitweise geht es, für ein ganzes Stück, doch dann tritt etwas ein, und wieder kommen Gedanken auf "und was mache ich dann" oder so ähnlich. All das ist kein Vertrauen. Vertrauen in mich.

Und ohne das kann nach meiner Einschätzung auch erlauben nicht sonderlich gut funktionieren. Dabei habe ich es schon vor vielen Jahren erfahren, bei Dingen, die mir nicht so wichtig waren: wenn ich dachte, ach das wird schon, (das ist erlauben) dann haben sich die Dinge alle von alleine gerichtet, es lief perfekt. Doch bei wichtigen Dingen, bei großen Entscheidungen fällt es mir immer noch schwer, in so einer Haltung zu bleiben. Zwar bin ich da schon ein ganzes Stück des Weges gelaufen, ich habe z.B. meinen Job losgelassen wovon ich angfangs dachte, das schaffe ich nie, doch es gibt immer wieder Herausforderungen wo ich sehe, ich stehe mir selber im Weg.

So wie auch Nathanael sagte: ...und wenn ihr doch nur endlich zweifelsfrei und voller Vertrauen in das Leben, in die Liebe, einfach nur leben wolltet.

Es könnte so einfach sein, ja, wenn ich mir erlaube, einfach zu leben, ohne Sorgen, ohne Gedanken was wird wenn, doch wenn ich ehrlich zu mir selber bin stelle ich fest, ich bin noch nicht da.

Erlauben - vielleicht erlaube ich mir mal, endlich da zu sein ?

Geschrieben von Lucifer

Veröffentlicht in #leben in neuer Energie

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